FRANÇAIS

 

Kurzgeschichte der Bruderschaft oder Schützengilde St.Georgs in Noordwijk (die Niederlanden)

 

 

Die Bruderschaft oder Schützengilde St. Georgs gehört zu den ältesten Vereinen Hollands, welche ohne Unterbrechung seit seiner Gründung besteht. Es ist eine Schützengilde und ist vom Anfang an organisiert wie eine städliche Bürgerwehr.

Der Uranfang liegt in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts. Der erste Hinweis trifft man in den Archiven des Klosters ‘Leeuwenhorst' (1200 -1571) und datiert vom Jahre 1424.

Am Ende einer längeren Zeit unregelmäßiger Existenz, entschloß sich der Vorstand der Bruderschaft das Dasein des Schützengildes in einer Urkunde, die ‘Akte von 1477' genannt, fest zu legen. Am vierundzwanzigsten Juni 1477 erschienen vor dem Notar Willem Jacobsz. van Noortich und seinen bürgerlichen Zeugen der Vorstand und sämtliche Schützen um die Gründungsurkunde zu billigen. Im Prolog der Urkunde wird ausdrücklich gestellt: ‘Scuttariam ac confrateriam et gildam pro futuris temporibus in bono et honore firmiter fundare', das heißt daß die Bruderschaft rechtsgültig an diesem Tage gegründet worden ist.

 

Die Bruderschaft oder Schützengilde St. Georgs ist eine der wenigen Armbrustgilden in den Niederlanden mit einem eigenen Schützenhof, Gildehaus mit Kegelbahnen und einer Wohnung. Der Schützenhof und das Gildehaus sind Reichsmonument.

 

In der Periode vom ersten Mai bis zum ersten September üben die Schützen sich im schießen mit der Armbrust auf dem hölzernen Vogel. Während dieser Periode findet ein Wettbewerb statt dessen Gewinner sich der beste Schütze des Jahres nennen darf.

Zu diesem Wettbewerb findet an dem Samstag am nähesten zum Sommeranfang das so genannte Silberschießen statt. Es ist ein eintägiges Treffen um den silbernen Preis des Schützenkönigs. Einmal in einem Zeitabschnitt von sieben Jahren wird an diesem Tag um den Titel des Schützenkönigs gekämpft.

 

Die Schützengilde wird geführt von dem Schützenkönig und seinen vier Findern. Zu den übrigen Autoritäten gehören der Dekan, der Schulze und die Fähnriche. Der Schutz der Gilde wird von den vier Hellebardieren während des Schützenzuges versorgt. Der Zug wird von dem Tambour geführt.

Die Handhabung sämtlicher Traditionen und Mores wird von dem Dekan überwacht. Er bekleidet die hochwürdigste und meist respektvolle Position innerhalb der Bruderschaft.

 

Seit 1867 aktiert die Bruderschaft auch als Verein. Gegenwärtig tagt der Verein am jeden Freitag. (T.G.I.F. ist ein wichtiges Akronym unter den Schützen)

 

Die Bruderschaft besitzt eine Kollektion von Wappenschilden von der ehemaligen Noordwijker Rhetorikerkammer ‘Sicum Lilium inter Spinas” (1535 – 1750). Zu der Kollektion gehört eines der ältesten Wappens Hollands aus dem Jahre 1550. Daneben gehört eine Sammlung von Banners und mittelalterichen Handwaffen, unter andere ein Armbrust aus 1515, zu den Schätzen der Bruderschaft.